Aufwärtstrend für HB Racing beim ADAC GT Masters in Zandvoort

Nach mehr als zwei Monaten Pause startete das ADAC GT Masters am Wochenende in die zweite Saisonhälfte. Im wunderschönen Norden der Niederlande lockte der Circuit Zandvoort das österreichische HB Racing-Team mit seinen Fahrern Luca Ludwig und Sebastian Asch direkt an die Nordsee. Durch ihr herausforderndes Layout mit engen Mutkurven und Kiesbetten gilt die Oldschool-Rennstrecke als absoluter Liebling der Fahrer und ist gleichzeitig gefürchtet für Wetterkapriolen, Wind und Sand.

Schon im Freien Training am Freitag öffnete der Himmel seine Schleusen. Davon ließen sich Ludwig und Asch nicht einschüchtern, setzten mit ihrem Ferrari 488 GT3 die drittschnellste Zeit und legten in der folgenden Session bei trockenen Bedingungen Rang acht nach. Ein gutes Ergebnis im Qualifying winkte. Der Samstag in Zandvoort zeigte sich jedoch von seiner ungemütlichsten Seite. Heftige Sturmböen von bis zu 100 km/h fegten mit teils heftigen Regenschauern über den 4,3 Kilometer langen Dünenkurs.

In den nassen Bedingungen kämpfte Ludwig im Qualifying um eine gute Ausgangslage für das 60-minütige Rennen, kam jedoch mit Reifenproblemen nicht über Rang 19 hinaus. Im Rennen selbst arbeitete sich Ludwig etwas nach vorne und übergab Asch den Ferrari 488 GT3 auf Platz 16 – eine Runde zu früh, wie sich später herausstellte. Denn gerade als das Auto wieder auf die Strecke zurückgekehrt war, kam es zu einer Safety-Car-Phase. Alle Konkurrenten, die zu diesem Zeitpunkt noch nicht gestoppt hatten, kamen sofort zum Fahrerwechsel und profitierten enorm im Vergleich zu HB Racing.  So fand sich Asch nur noch auf Rang 17 wieder, den er bis zum Ziel verteidigte. Kein leichtes Unterfangen, denn durch ein etwas zu aggressives Setup hatten die Reifen abgebaut und zudem befand sich niemand geringerer als der aktuelle Meisterschaftsführende hinter dem Ferrari.

Nach dem schwierigen Auftakt am Samstag galt es, die Ursachen genau zu analysieren und ihn am Sonntag mit einem starken Rennen wettzumachen. Tatsächlich gelang dem Team über Nacht mit dem Setup ein großer Schritt nach vorne. Diesen konnte Asch in seinem Qualifying durch Verkehr und Rotphasen jedoch nicht umsetzen – Startplatz 17 war das Resultat. Obwohl Überholen in Zandvoort kaum möglich ist, kämpfte sich das Duo dank einer geschickten Strategie und sehenswerten Überholmanövern bis auf Rang zwölf und in die Punkte nach vorne. Viel bedeutender war für die beiden Piloten allerdings die Erkenntnis, dass die nächtlich vorgenommenen Änderungen ein Volltreffer waren und sich der Ferrari 488 GT3 stärker und schneller denn je präsentiert hatte.

Diesen Aufwärtstrend kann das Team bereits am kommenden Wochenende fortsetzen. Vom 16. bis zum 18. August startet das ADAC GT Masters bereits in die fünfte Runde der Saison auf dem Nürburgring.

Luca Ludwig: “Das zweite Rennen war wirklich toll. Wir haben für Sonntag Fortschritte mit dem Setup erzielt und waren superschnell unterwegs. Auch wenn sich das im Ergebnis noch nicht widergespiegelt hat, war ich sehr zufrieden. Wir konnten selbst auf einer Strecke wie Zandvoort überholen und das ist mir glücklicherweise auch mehrfach gelungen. In meinem Qualifying am Samstag war leider der Reifendruck nicht ganz optimal. Mit roten Flaggen und dem Wetter gab es nur eine Runde, die passen musste und die meinerseits nicht so gut war. Ich war ziemlich enttäuscht, denn das war mein schlechtestes Qualifying seit Jahren. Im Rennen selbst war das Setup leider nicht perfekt für die Reifen, trotzdem hätten wir nach diesem Rennverlauf deutlich weiter vorne landen müssen. Leider hat uns die Safety-Car-Phase einen Strich durch die Rechnung gemacht.”

Sebastian Asch: “Nach dem Rennen am Sonntag blicke ich optimistisch in die Zukunft. Wir haben über Nacht auf jeden Fall den richtigen Weg eingeschlagen, was die Einstellung des Autos betrifft, was sich an unserem Speed im Rennen bemerkbar gemacht hat. Leider war meine Ausgangsposition durch rote Flaggen und sehr viel Verkehr im Qualifying nicht so gut wie erhofft. Die Duelle im ersten Rennen waren ziemlich anstrengend. Leider waren die Umstellungen, die wir am Freitag im Training ausprobiert haben, nicht optimal auf die lange Distanz. Wir haben gepokert und mussten am Ende erkennen, dass es nicht funktioniert hat, denn sonst war die Rennpace immer unsere große Stärke. Es war ein hartes Stück Arbeit, die Konkurrenten trotz der abbauenden Reifen hinter mir zu halten.”

Andreas Fuchs (Teamchef): “Wir sind mit großen Hoffnungen aus der Sommerpause zurückgekommen und diese haben sich leider nur teilweise erfüllt. Die Aufholjagd von Sebastian und Luca im zweiten Rennen war absolut sehenswert und wurde mit Punkten belohnt. Gleichzeitig ist unser Anspruch ein anderer. Sehr positiv stimmen mich die Entwicklungen über das Wochenende. Wir haben sehr viel am Setup unseres Ferrari 488 GT3 gearbeitet und wie man so schön sagt, wo gehobelt wird da fallen Späne. Entsprechend war es für das Samstagsrennen noch nicht optimal. Davon haben wir uns nicht entmutigen lassen und nachts wieder alles umgekrempelt und für Sonntag eine wirkliche Steigerung erzielt. Beide Fahrer waren begeistert und das stimmt mich optimistisch für das kommende Wochenende am Nürburgring.”